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15 Jahre RZT® – und die Reise nimmt einen neuen Anfang ...

Wenn ich heute auf 15 Jahre RZT® zurückblicke, dann denke ich nicht zuerst an ein Trainingsformat, eine Methode oder eine Ausbildung. Ich denke an einen Fluss - immer da und doch in jedem Moment anders. An viele Menschen. Eine wunderbare und tragende Community. An Umwege, Verdichtungen, Konferenzen, Bücher, Netzwerke, Krisen, Neuanfänge und an die oft recht unspektakuläre, aber sehr beharrliche Arbeit, Dinge so lange weiterzuentwickeln, bis sie wirklich tragen.

Gerade deshalb fühlt sich dieser letzte Jubiläums-Beitrag für mich wie ein kurzes Innehalten und wie ein Auftrakt an. Ein Moment, in dem sichtbar wird, was in 15 Jahren gewachsen ist - und was aus meiner Sicht in den kommenden 15 Jahren vor uns liegt: eine lebendige Entwicklungsbewegung für unsere Kunden, für Multiplikator:innen, unsere RZT®-Community, für sich neu bildende Resilienz-Netzwerke, für mich als Entwicklerin und für das RZT® als Methode.

Zeit für einen Ausblick auf Resilienzförderung 2040

Resilienz wächst weiter in ihrer Bedeutung als Meta-Kompetenz der Zukunft

Lange Zeit wurde Resilienz vor allem als Antwort auf Belastung und Krise verstanden. Diese Perspektive bleibt wichtig. Aber sie reicht nicht mehr aus. In den kommenden Jahren wird sich noch deutlicher zeigen, dass Resilienz viel mehr ist: eine Meta-Kompetenz für Lernen, Selbstorganisation, Zukunftsgestaltung und tragfähige Veränderung.

Denn die Welt, in der wir leben, wird nicht wieder übersichtlicher werden. Unsicherheit, Ambiguität, Beschleunigung, technologische Umbrüche, gesellschaftliche Spannungen und mehrschichtige Krisenlagen werden nicht verschwinden. Gerade deshalb wird die Fähigkeit, mit Wandel umzugehen, ohne den Kontakt zu sich selbst, zu anderen und zum Wesentlichen zu verlieren, immer zentraler werden. Resilienz wird damit noch stärker zu einer Kompetenz, die nicht nur stabilisiert, sondern Entwicklung ermöglicht.

👉 Resilienz als Meta-Kompetenz der Zukunft

Individuelle Resilienzföderung wird nicht länger getrennt von der systemischen Resilienz betrachtet werden können

Ein zweiter Punkt scheint mir ebenso wichtig: Der Blick auf reine Individualresilienz wird in Zukunft immer weniger genügen. Zu viele Herausforderungen entstehen heute nicht nur im Einzelnen, sondern an den Schnittstellen — zwischen Person und Rolle, zwischen Familie und Arbeit, zwischen Team und Organisation, zwischen Gesellschaft, Technologie und Kultur.

Genau deshalb wird Resilienzförderung künftig noch systemischer gedacht werden müssen. Es wird nicht mehr ausreichen zu fragen, wie einzelne Menschen besser mit Stress umgehen. Wir werden stärker verstehen müssen, wie individuelle, relationale, organisationale, regionale und gesellschaftliche Resilienz zusammenwirken. Die Zukunft der Resilienzförderung liegt deshalb nicht in noch mehr Individualisierung, sondern in einer klügeren Verbindung der Ebenen.

👉 Die systemische Sicht des RZT® auf Resilienz

Welche Rolle wird die KI in der Resilienzförderung spielen?

KI wird Resilienzförderung zugänglicher machen – und gerade dadurch das Wesentliche deutlicher hervortreten lassen

Und natürlich wird auch die Künstliche Intelligenz die Resilienzförderung in den nächsten Jahren stark verändern. Sie wird vieles schneller, einfacher und breiter zugänglich machen:

  • Resilienz-Wissen, Strukturierungshilfen, Übungsideen, didaktische Aufbereitung, Textproduktion,
  • erste diagnostische Orientierung, Reflexionsimpulse und niedrigschwellige Informationsangebote.
  • In diesem Sinn wird KI die Resilienzförderung demokratisieren und an vielen Stellen auch entlasten.

Genau darin liegt ihre große Chance.
Aber genau darin liegt auch ihre Herausforderung.

Denn je leichter Inhalte, Übungen, Curricula und Wissensbausteine verfügbar werden, desto austauschbarer wird der Markt an der Oberfläche. Reine Informations- und Wissensvermittlung, fachliche Grundlagentexte oder methodische Standards werden in Zukunft noch schneller reproduzierbar sein als heute.

Das Wesentliche wird dadurch nicht verschwinden – sondern sichtbarer werden

Gerade deshalb werden jene Qualitäten wertvoller, die sich nicht einfach kopieren, automatisieren oder synthetisch erzeugen lassen:

  • Prozessqualität
  • Verkörperung
  • Somatic Resilience
  • Präsenz
  • soziale Sicherheit
  • Haltung
  • Erfahrungswissen
  • und die glaubwürdige, engagierte Begleitung von Lernprozessen, Gruppen, Netzwerken und Communities.

Denn Menschen lernen nicht nur über Information. Sie lernen unter den richtigen Bedingungen gemeinsam schneller, tiefer und nachhaltiger. Sie lernen über Resonanz, über Beziehung, über Modelllernen, über Sicherheit, über Erfahrung und über die Qualität eines Raumes, in dem Entwicklung wirklich stattfinden darf.

KI wird professionelle Resilienzarbeit deshalb aus meiner Sicht nicht ersetzen. Sie wird sie eher dazu zwingen, klarer zu werden.

KI wird die entscheidenden Unterscheidungsfragen schärfen

Gerade weil Wissen leichter zugänglich wird, werden in Zukunft andere Fragen wichtiger:

  • Wer bildet eigentlich worin aus?
  • Von wem lässt sich was wirklich lernen?
  • Welche Erfahrungswerte in der Resilienzförderung können nur von Mensch zu Mensch weitergegeben werden?
  • Und was lässt sich ohne Weiteres aus Büchern, digitalen Lernräumen, dem Netz, von ChatGPT oder anderen Wissensquellen beziehen?

Diese Unterscheidung scheint mir zentral. Denn KI wird Multiplikator:innen dort leichter austauschbar machen, wo ihre Rolle sich im Kern auf Informationsvermittlung, hierarchische Autorität oder standardisierte Fachkompetenz stützt. Das betrifft Trainer:innen, Dozent:innen, Lehrende, Ausbilder:innen — aber auch Führungskräfte oder pädagogische Rollen, wenn diese sich vor allem über Wissensvorsprung definieren.

Gleichzeitig eröffnet KI gerade diesen Menschen eine neue Chance: Sie kann helfen, die eigene Positionierung, Nischenkompetenz, Haltung und Erfahrungsdichte klarer sichtbar zu machen. Sie kann gute Prozessbegleitung unterstützen, aber nicht ersetzen. Sie kann Authentizität erleichtern, aber nicht simulieren. Sie kann Resonanz beschreiben, aber keinen tragfähigen menschlichen Resonanzraum halten.

Der Mensch bekommt in der Resilienzförderung nicht weniger, sondern eine neue Aufgabe

Vielleicht liegt genau hier die eigentliche Verschiebung:
Der Faktor Mensch wird in der Resilienzförderung nicht unwichtiger, sondern erhält einen neuen Stellenwert und einen neuen Aufgabenbereich.

Nicht mehr in erster Linie als reine Wissensautorität.
Sondern wieder stärker als Mensch:

  • als Raumhalter,
  • als Resonanzgeber,
  • als Begleiter,
  • als Übersetzer zwischen Erfahrung und Entwicklung,
  • als jemand, der Sicherheit, Beziehung, Orientierung und gemeinsames Lernen ermöglicht.

Oder zugespitzt gesagt:
KI könnte uns in der Resilienzförderung dazu zwingen, wieder klarer zu beantworten, was eigentlich nur der Mensch kann.

👉 Future Skills und Digitale Resilienz

KI wird auch neue Haltungsfragen erzwingen

Damit berührt KI allerdings auch eine heikle und zugleich spannende Frage:
Was heißt es eigentlich, in Zukunft wieder mehr Mensch zu sein?

Mehr Mensch im Sinne von Überlegenheit, Manipulation, Macht, Erfahrungsaneignung und beschleunigter Polarisierung?
Oder mehr Mensch im Sinne von Beziehung, Verantwortung, Selbstbegrenzung, Kooperation, Wahrhaftigkeit und bewusster Gestaltung?

Gerade an diesem Punkt wird es für mich wirklich interessant. Denn vielleicht bieten uns die multiplen persönlichen, politischen und gesellschaftlichen Krisen unserer Zeit — und auch die KI selbst — die Gelegenheit, unser Menschsein in den kommenden Jahrzehnten noch einmal neu zu befragen.

Kulturen verändern sich. Sie blühen auf, verdichten sich, verlieren sich wieder. Resilienz wird diese Fragen nicht für uns beantworten. Aber sie kann uns dabei helfen, einfachere und wesentlichere Fragen zu stellen:

  • Wie wollen wir lernen?
  • Wie wollen wir zusammenleben?
  • Unter welchen Bedingungen wollen wir arbeiten?
  • Und welche Formen von Sicherheit, Freiheit, Zugehörigkeit und Entwicklung wollen wir in Zukunft ermöglichen?

Lern-Communitys und Pilotprojekte werden zum Zukunftsfaktor

Resilienzräume sind gemeinschaftliche Lernräume

Vielleicht ist das meine wichtigste Zukunftsthese: In einer Zeit, in der Wissen immer leichter verfügbar, Kommunikation immer schneller und Angebote immer reproduzierbarer werden, wird Community zu einem entscheidenden Zukunftsfaktor.

Menschen werden besonders in der Zukunft nicht nur Informationen brauchen. Sie werden neue Lern- und Probenräume brauchen, in denen sie sich orientieren, experimentieren, spiegeln, reflektieren, verankern und gemeinsam Neues entwickeln können. Räume, in denen Zugehörigkeit, Austausch, geteilte Sprache und soziale Lernprozesse entstehen. Räume, in denen Lernen nicht nur individuell, sondern gemeinschaftlich getragen wird.

Gerade deshalb glaube ich, dass starke Communitys in der Resilienzförderung in den nächsten 15 Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Nicht trotz der technologischen Entwicklung, sondern gerade ihretwegen.

15 Jahre RZT®-Community in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wenn ich auf 15 Jahre RZT® zurückblicke, dann denke ich nicht nur an Modelle, Konferenzen, Handbücher, Frameworks oder Ausbildungen. Ich denke vor allem an die vielen Menschen, die diesen Weg in Deutschland, Österreich und der Schweiz mitgegangen sind — und an eine Community, die über all die Jahre still, lebendig und erstaunlich tragfähig gewachsen ist.

Diese Community war und wird auch in den kommendne 15 Jahren nie nur eine Zielgruppe für uns sein. Sie war von Anfang an Mitgestalterin eines gemeinsamen Entwicklungsraums. Über Weiterbildungen, Symposien, Konferenzen, Lerngruppen, Supervisionen, Netzwerke, Publikationen und viele persönliche Begegnungen ist Schritt für Schritt eine professionelle Gemeinschaft entstanden, die weit über einzelne Kurse hinausreicht.

👉 Resilienz-Expert-Finder

Aus Resilienz-Ausbildungen wurden Beziehungen und gemeinschaftliches Erleben

Die Corona-Zeit hat uns einmal mehr gezeigt: die eigentliche Kraft der Resilienz steckt in den Lebenswegen der Menschen, die eine Entwicklungsreise miteinander teilen. Viele haben Familien gegründet, sich beruflich neu aufgestellt, Unternehmen aufgebaut, Verantwortung in Organisationen übernommen, Krisen durchlebt, Übergänge gestaltet und sich in ihren Rollen als Coaches, Trainer:innen, Therapeut:innen, Berater:innen, Führungskräfte oder Multiplikator:innen weiterentwickelt. Manche sind inzwischen in Rente. Andere stehen heute selbst als Ausbilder:innen, Facilitator oder erfahrene Begleiter:innen an ganz anderen Punkten ihrer Laufbahn.

Gerade darin liegt für mich die besondere Kraft der RZT®-Community. Sie ist nicht riesig, aber erstaunlich beständig. Sie ist nicht nur ein Netzwerk von Menschen mit ähnlichen Interessen. Sie ist ein immer wieder spürbarer und ansprechbarer Resonanzraum, in dem über viele Jahre gemeinsame Sprache, gemeinsames Erfahrungswissen und eine besondere Form professioneller Verbundenheit entstanden sind.

Kann man als Entwicklerin und Ausbilderin überhaupt Teil einer Community sein?

Das Spannungsfeld zwischen Zugehörigkeit und professioneller Diastanz

Diese Frage zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und der Notwendigkeit professioneller Distanz hat mich in den letzten 15 Jahren immer wieder beschäftigt. Denn wenn ich auf meinen Weg als Entwicklerin schaue, dann wird mir heute klar: Mich hat nie nur interessiert, wie man etwas vermittelt. Mich hat immer viel stärker interessiert, wie Menschen sich entwickeln, wie sie unter Druck lernen, wie sie mit Unsicherheit umgehen, wie sie ihre Kraft wiederfinden und wie aus Erfahrung mit der Zeit Kompetenz, Haltung und Gestaltungskraft entstehen.

Das Interesse an Weiterentwicklung schafft Gemeinschaft

Seit den frühen 1990er Jahren beschäftige ich mich als Entwicklerin und Ausbilderin mit Fragen, die damals noch erstaunlich randständig wirkten und die wir heute fast selbstverständlich unter Begriffen wie Future Skills, Selbstorganisation, Angewandte Improvisation im Business, New Work, Inner Work, (Selbst-)Führung oder Somatic Leadership zusammenfassen.

Solche Fragen entwickelt man am Anfang nicht allein. Gerade in frühen Phasen ist man als Entwicklerin auf Gemeinschaft angewiesen — auf Zugehörigkeit, auf Resonanz, auf den Austausch mit anderen, die ähnliche, oft noch unausgereifte oder neue Interessen teilen. Und vielleicht noch wichtiger: auf die Begegnung mit jenen Lehrer:innen, Kolleg:innen und Vorreiter:innen, die ihrer eigenen Generation bereits ein paar Schritte voraus sind.

Resilienz geht uns alle an – und macht uns von Anfang an zu Lernenden

Was mich daran immer fasziniert hat: Lernen ging für mich bei Themen wie Improvisation oder Resilienz nie nur in eine Richtung. Nie nur von alt zu jung, von erfahren zu unerfahren, von Lehrenden zu Lernenden. Ganz im Gegenteil.

Improvisation habe ich damals zuerst in einer Ausbildungsgruppe gelernt, die „Impro von 8 bis 80“ hieß — und das war Programm. Neues lernen wir oft am besten über Generationen, Kulturen und Disziplinen hinweg. Und wir lernen auch als Profis, als Erwachsene und als Expert:innen immer wieder auf Augenhöhe voneinander und miteinander.

    • Vor wenigen Wochen hatte ich zum Beispiel die große Freude, einen Impro-Spieler, den ich vor 28 Jahren in München beim Aufbau seines Ensembles unterrichtet habe, nun als Teilnehmer unserer RZT® BASICS-Ausbildung wieder in die Arme schließen zu dürfen.
    • 2012 brachte mich die AIN-Konferenz in Berlin nach 14 Jahren zudem wieder mit meinem ehemaligen Impro-Kollegen Roland Trescher zusammen, mit dem ich Ende der 90er Jahre in München auf der Bühne stand. Seitdem arbeiten wir nun ebenfalls schon seit vielen Jahren wieder zusammen — heute als Lehrtrainer für Angewandte Improvisation.
    • Und immer wieder kommen Resilienz-Facilitator nach fünf, acht oder mehr Jahren auf das RZT® zurück und sagen: „Jetzt bin ich soweit. Jetzt habe ich Lust und Gelegenheit, mich wieder um meine Resilienz-Ausbildung zu kümmern. Wo und wie kann ich weitermachen?“

Entwicklungsarbeit reift über Gemeinschaft

Aus dieser langen, oft gemeinsamen Entwicklungsarbeit sind mehrere große Linien entstanden: das Balance Acting System (basy®), das impro live! Framework für Angewandte Improvisation, das Resilienz-Zirkel-Training (RZT®) nach dem Bambus-Prinzip® und später das Future Skills NOW Framework für Kompetenz-Diagnostik und Kompetenz-Entwicklung .

Aber je länger ich darauf schaue, desto klarer wird mir auch: Diese Methoden und Frameworks hätten nie ohne die Menschen entstehen können, die mit mir ihre Neugier, ihr Vertrauen, ihr Interesse und ihren unbändigen Wunsch nach Wachstum, Verstehen, Austausch und gemeinsamer Erfahrung geteilt haben.

Meine Antwort lautet deshalb: Ja.

Resilienzförderung lässt sich mit professioneller Nähe in Einklang bringen.  Ja, als Entwicklerin und Ausbilderin Teil einer Lerngemeinschaft und Community zu sein, ist für mich nicht nur möglich — es ist existenziell.

Natürlich bringt das Spannungen und eine Menge Lernfelder mit sich: Fragen nach Grenzen, Verantwortung, professioneller Rolle, energetischem Ausgleich und dem Umstand, dass Gemeinschaft und Geschäftsverhältnis nicht einfach deckungsgleich sind. Aber ich habe im Laufe der Jahre gelernt, diese Spannung nicht als Widerspruch zu verstehen, sondern als eine Form von professioneller Nähe.

Auch das ist eine eigene Lernreise. Und auch auf dieser Reise hat mich die RZT® Community über viele Jahre hinweg getragen, gespiegelt und unterstützt.

👉 Über die RZT® Resilienz-Ausbildung

Embodiment, somatische Resilienz und lebendige Lernsettings werden selbstverständlicher werden

Embodiment First - Resilienzförderung Buttom-up

Ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren noch klarer verstehen werden: Nachhaltige Resilienzförderung funktioniert nicht nur kognitiv. Menschen und Systeme lernen und verändern sich nicht allein über Einsicht, Modelle und Methoden. Sie brauchen Sicherheit, Kontakt, Regulation, soziale Resonanz und verkörperte Erfahrung.

Was heute noch unter Begriffen wie Embodiment, somatische Resilienz, Selbst- und Co-Regulation, polyvagal-informed oder trauma-informed Arbeit läuft, wird aus meiner Sicht zunehmend zum Grundwissen professioneller Entwicklungsarbeit gehören. Gleichzeitig wird sich dadurch auch die Frage verändern, wie Lernen gestaltet werden muss. Denn wenn Entwicklung über Erfahrung und Verkörperung geschieht, brauchen wir mehr lebendige, interaktive und sichere Lernsettings.

👉 Embodiement Fist Ansatz & Somatic Leadership

Future Skills Development & Interaktive Lernsettings

Genau hier wird auch die Angewandte Improvisation wichtiger. Sie schafft Lernräume, in denen Präsenz, Kontakt, Anpassungsfähigkeit, Selbstorganisation und erfahrungsbasiertes Lernen direkt trainierbar werden. Die Zukunft der Resilienzförderung wird deshalb nicht nur in neuen Inhalten liegen, sondern auch in einer verkörperteren, lebendigeren und menschlicheren Form des Lernens.

Für Resilienz-Trainer:innen und Facilitator verschiebt sich damit auch das Berufsbild. Ihre Future Skills liegen künftig weniger in der reinen Wissensvermittlung und stärker in Facilitation, Prozesskompetenz, sozialer Sicherheit und der Gestaltung interaktiver Lernräume. Genau darin wird ihre besondere Zukunftsrelevanz liegen: nicht nur über Resilienz zu sprechen, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen Resilienz erfahrbar, trainierbar und gemeinschaftlich entwickelbar wird.

👉 Angewandte Improvisation und lebendige Lernsettings

Was das in den kommenden 15 Jahren für das RZT® bedeutet

Für das RZT® heißt das aus meiner Sicht: Die Zukunft liegt nicht darin, immer noch mehr zu werden. Sie liegt darin, klarer, tiefer, noch differenzierter und zugleich zugänglicher zu werden.

Sie liegt darin,

  • das systemisch-integrative Verständnis von Resilienz weiter zu schärfen,
  • Embodiment, Facilitation, Future Skills und Selbstorganisation sinnvoll zu verbinden,
  • Menschen auszubilden, die nicht nur Inhalte kennen, sondern tragfähige Entwicklungsräume halten können,
  • Die RZT®Community als Lernraum noch stärker in den Vordergrund zu rücken und
  • zugleich mit anderen Resilienz-Netzwerken, wie dem IAfAR in Verbindung zu brigen
  • und die eigene Arbeit so weiterzugeben, dass sie auch für die nächsten Generationen anschlussfähig bleibt.

Vielleicht ist das am Ende die eigentliche Aufgabe der nächsten 15 Jahre: nicht noch einmal alles neu zu erfinden, sondern das Wesentliche so weiterzuentwickeln, dass es in einer veränderten Welt tragfähig bleibt.

Denn Resilienz wird auch in Zukunft nicht bedeuten, unverwundbar zu werden. Sie wird für uns bedeuten,

  • als RZT® lernoffen und beweglich zu bleiben,
  • sichtbarer zu sein,
  • differenzierbar und zugleich anschlussfähig mit anderen Ansätzen zu sein.
  • Menschlich zu bleiben
  • für die Ambivalenz und Ambiguität unserer Zeit ein Containment anhzubieten
  • und darin gemeinsam handlungsfähiger zu werden.

👉 Was macht eine zeitgemäße Resilienz-Ausbildung aus

Es ist an der Zeit noch mehr Resilienz-Brücken zu bauen

In Gründung - die International Association for Apllied Resilience - IAfAR

Vielleicht zeigt sich genau an diesem Punkt besonders deutlich, dass Zukunft nicht einfach „kommt“, sondern gestaltet werden will. Denn während wir in den letzten Jahren immer wieder aus der Vogelperspektive auf das Feld der Resilienzförderung geschaut haben, wurde eine Frage zunehmend drängender: Wie kann die Angewandte Resilienzförderung in Zukunft stärker vernetzt, professioneller aufgestellt und international anschlussfähig weiterentwickelt werden?

Eine erste, sehr konkrete Antwort darauf konnten wir 2023 beim 5. Innovations-Symposium „Blueprints4Future“ in Bad Alexandersbad verkünden. Unter der Leitfrage „In welcher Welt wollen wir lernen, leben und arbeiten?“ wurde dort Resilienz nicht nur als Thema von Weiterbildung oder persönlicher Entwicklung verhandelt, sondern als Zukunftskompetenz in einer Welt des permanenten Wandels, der Unsicherheit und der digitalen Transformation.

Gerade in diesem Rahmen wurde spürbar, dass die nächsten Entwicklungsschritte nicht mehr allein aus einzelnen Akademien, Ausbildungswegen oder Fachansätzen heraus entstehen können. Es braucht stärkere Brücken, mehr Verständigung, mehr Austausch und eine gemeinsame professionelle Stimme.

Genau daraus entstand 2023 der Impuls zur Gründung des Internationalen Verbandes für Angewandte Resilienz (IAfAR), den Sebastian Mauritz und ich damals gemeinsam ins Leben gerufen haben. Und es freut mich sehr, dass dieser Verband nun — nach gut drei Jahren Vorbereitungszeit — im April 2026 seine Arbeit aufnehmen wird.

👉 Ankündigung - IAfAR in Gründung 

Ella Gabriele Amann und Sebatian Mauritz IAfAR - Internationaler Verband für Angewandte Resilienz

Ella Gabriele Amann (ResilienzForum Akademie) und Sebastian Mauritz (Resilienz-Akademie) bei der Ankündigung der IAfAR Verbandgründung 2023 auf dem Innovations-Symposium in Bad Alexandersbad. 

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Der IAfAR als Antwort auf die nächsten Entwicklungsfragen des Feldes

Was mich an diesem Schritt besonders freut, ist: Der IAfAR entsteht nicht aus einer Marketingidee, sondern aus einer echten Entwicklungsnotwendigkeit heraus. Schon beim Deep Dive mit Sebastian Maurits, durchgeführt von der Resilienz-Akadmie im Mai 2023 und dann beim Symposium im Oktober wurde deutlich, welche Fragen viele professionelle Resilienz-Berater:innen, Trainer:innen und Coaches heute bewegen, wenn sie einmal gemeinsam von außen auf das Feld schauen:

  • Wie machen wir den oft sperrigen Begriff der Resilienz für Menschen verständlicher?
  • Wie verhindern wir, dass Resilienz weiter als bloßes Buzzword benutzt wird?
  • Wie stärken wir die Qualitätssicherung von Resilienz-Ausbildungen und professionellen Angeboten?
  • Wie kommen wir in einen fundierteren Austausch über Wirksamkeit, Forschung und die Weiterentwicklung der Angewandten Resilienzförderung?
  • Wie können wir ein lebendiges Netzwerk von Resilienz-Prodfessionals zusammenbringen, die gemeinsam an der Zukufnt der Resilienzförderung arbeiten?

Genau diese Fragen machen für mich die eigentliche Bedeutung des IAfAR aus. Es geht nicht nur um einen neuen Verband. Es geht um den Versuch, dem Feld der Resilienzförderung dort einen professionelleren Rahmen zu geben, wo es bislang oft noch an gemeinsamer Sprache, klaren Qualitätsmaßstäben, Forschungsanbindung und echter Vernetzung fehlt.

Entwicklungsarbeit in Sachen Resilienz zukünftig gemeinsam gestalten

Für mich persönlich fühlt sich die Gründung des IAfAR an, wie ein nächster logischer Schritt - auch in Sachen Entwicklungsarbeit.

Die Pionierphasen der Resilienz wurden von einzelnen Wisssenschaftlern, aus vielen, oft isolierten Forschungsbreichen heraus initiiert. Ebenso gab es weltweit Praktiker, aus verschiedenen Anwendungsfelder, die das Thema intuitiv oder explizit aufgegriffen haben. 

Ich weiß nicht, ob wir heute schon sagen können, dass die Pionierphase der Resilienz bereits vorbei ist - doch ich kann aus 15 Jahren relativ isolierter Entwicklungsarbeit sagen, dass diese heute für mich keinen Sinn mehr macht. Soll die Zukunft der Resilienzfördeurng anschlussfähig und tragsfähig sein und bleiben, dann dürfen wir als Community nicht die gleichen Fehler machen, die wir bei anderen beklagen. Wir müssen einen Unterschied bilden, der einen Unterschied macht.  

 

IAfAR könnte sich als internationaler Verband zu einer wichtigen Brücke werden, zwischen Resilienz-Forschung, praktischer Anwendung, Methoden- und Projekt-Entwicklung. Und vielleicht liegt genau darin auch eine gemeinsame Zukunftsperspektive: dass aus vielen einzelnen Wegen nach und nach gemeinsame Entwicklungsräume entstehen, gut miteinander verbunden, vernetzt und zugleich offen - für eine uns allen unbekannte, und hoffentlich ECHT STARKE Zukunft. 

Resilienz - auch in Zukunft so alt wie die Menschheit selbst

Resilienzförderung wird in Zukunft nicht dadurch relevanter, dass sie noch lauter, schneller oder marktfähiger wird. Sie wird dort relevant bleiben, wo sie klar, menschlich, verkörpert und wirksam ist.

Dazu wird gehören,

  • Resilienz noch systemischer zu verstehen,
  • Embodiment und Nervensystemkompetenz selbstverständlicher zu integrieren,
  • Lern- und Entwicklungsräume lebendiger zu gestalten,
  • Resilienz-Communitys zu stärken und die
  • Angewandte Resilienzförderung auch international professioneller zu vernetzen.

KI, gesellschaftliche Umbrüche, neue Arbeitswelten und multiple Krisen werden uns dabei nicht die Arbeit abnehmen. Aber sie werden uns zwingen, klarer zu werden: in unserer Haltung, in unseren Methoden, in unserer Wirkung und in der Frage, was Menschen in Zukunft wirklich von Menschen lernen wollen.

Die nächsten 15 Jahre werden nicht davon abhängen, ob wir Resilienz noch einmal neu erfinden. Sie werden davon abhängen, ob wir sie klarer, menschlicher und gemeinschaftsfähiger weitergeben.

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Weitere Beiträge aus der Serie

FAQS

Häufige Fragen zur Jubiläumsreihe und zur modernen Resilienz-Ausbildung
Warum endet die Jubiläumsreihe mit einem Blick in die Zukunft?

Weil 15 Jahre Entwicklungsarbeit nicht nur ein Anlass für Rückschau sind, sondern auch für die Frage, was jetzt ansteht. Gerade im Feld der Resilienzförderung macht ein Rückblick nur dann Sinn, wenn daraus auch klarer wird, welche Aufgaben, Chancen und Entwicklungsschritte in den kommenden Jahren relevant werden.

Was wird Resilienzförderung in den nächsten 15 Jahren am stärksten verändern?

Vermutlich das Zusammenspiel aus multiplen Krisen, gesellschaftlicher Unsicherheit, technologischer Beschleunigung, KI, Future Skills, Embodiment und der wachsenden Bedeutung systemischer Resilienz. Resilienz wird dadurch noch weniger als Einzelthema und noch stärker als Meta-Kompetenz für Lernen, Selbstorganisation, Beziehung und Zukunftsgestaltung verstanden werden.

Was ist der gesellschaftliche Entwicklungsauftrag der Stiftung?

Weil viele Herausforderungen heute nicht mehr nur im Individuum entstehen, sondern an den Schnittstellen zwischen Person, Rolle, Familie, Team, Organisation, Kultur und Gesellschaft. Resilienzförderung muss deshalb künftig stärker relationale, organisationale, regionale und gesellschaftliche Ebenen mit einbeziehen.

Welche Rolle wird die verkörperung von Resilinz in Zukunft spielen?

Embodiment, somatische Resilienz, Selbst- und Co-Regulation sowie Nervensystemkompetenz werden aus meiner Sicht immer selbstverständlicher zum Grundwissen professioneller Entwicklungsarbeit gehören. Nicht als Spezialthema, sondern als Voraussetzung dafür, dass Lernen, Veränderung und Entwicklung unter realen Belastungsbedingungen überhaupt anschlussfähig werden.

Warum werden Angewandte Improvisation und lebendige Lernsettings wichtiger?

Weil Menschen Resilienz nicht nur über Wissen entwickeln, sondern über Erfahrung, Beziehung, Resonanz und verkörpertes Lernen. Angewandte Improvisation und interaktive Lernsettings schaffen genau jene Räume, in denen Präsenz, Anpassungsfähigkeit, Fehlerfreundlichkeit, Selbstorganisation und Handlungsfähigkeit im Ungewissen trainierbar werden.

Welche Bedeutung wird KI für die Resilienzförderung haben?

KI wird Wissen, Strukturierung, Textproduktion, didaktische Aufbereitung und erste Orientierungshilfen deutlich zugänglicher machen. Gerade dadurch werden jene Qualitäten wichtiger, die sich nicht automatisieren lassen: Haltung, Verkörperung, Prozessqualität, Erfahrungswissen, Präsenz, soziale Sicherheit und die glaubwürdige Begleitung von Menschen, Gruppen und Communitys.

Was bedeutet diese Entwicklung konkret für das RZT®?

Für das RZT® bedeutet sie vor allem mehr Klarheit: ein geschärftes systemisch-integratives Resilienzverständnis, die stärkere Verbindung von Embodiment, Facilitation, Future Skills und Selbstorganisation, die Pflege der Community und die Konzentration auf jene Ausbildungs- und Entwicklungsräume, die Menschen nicht nur informieren, sondern wirklich in ihrer professionellen und persönlichen Entwicklung tragen.

Wie kann ich die Inhalte vertiefen?

Über die einzelnen Beiträge der Jubiläumsreihe, über weiterführende Informationen zur RZT® Facilitator-Ausbildung, über unsere RZT® Webinare sowie über Publikationen und Angebote aus dem Umfeld des ResilienzForum.