Resilienz als gesellschaftlicher Entwicklungsauftrag beschreibt die Aufgabe von Staat, Organisationen und Zivilgesellschaft, gemeinsam Strukturen, Kompetenzen und Kulturen zu entwickeln, die es Gesellschaften ermöglichen, Krisen zu bewältigen, Wandel zu gestalten und ihre Handlungsfähigkeit auch unter Unsicherheit zu erhalten.
In einer zunehmend komplexen Welt – geprägt durch technologische Transformation, Digitalisierung, ökologische Herausforderungen, geopolitische Spannungen und soziale Veränderungen – reicht es nicht aus, Resilienz ausschließlich als individuelle Fähigkeit zur Stressbewältigung zu betrachten. Vielmehr wird Resilienz zu einer gesellschaftlichen Entwicklungsaufgabe.
Bildungssysteme, Organisationen, politische Institutionen und zivilgesellschaftliche Initiativen stehen vor der Herausforderung, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Menschen ihre Selbstregulation, Lernfähigkeit und Gestaltungskompetenz unter komplexen Bedingungen weiterentwickeln können.
Resilienzförderung betrifft daher verschiedene gesellschaftliche Bereiche:
- Bildung und Kompetenzentwicklung
- Gesundheit und Prävention
- Organisations- und Arbeitskultur
- Familien- und Sozialstrukturen
- regionale und kommunale Entwicklung
- gesellschaftliche Beteiligung und Demokratie
Im Resilienz-Zirkel-Training (RZT®) wird Resilienz deshalb als eine zentrale Zukunftskompetenz verstanden, die auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig entwickelt werden muss: individuell, relational, organisational und gesellschaftlich.
Resilienz als gesellschaftlicher Entwicklungsauftrag bedeutet somit, Strukturen zu fördern, die Selbstorganisation, Kooperation und Lernfähigkeit ermöglichen. Ziel ist es, gesellschaftliche Systeme so zu gestalten, dass sie nicht nur auf Krisen reagieren, sondern langfristig ihre Zukunftsfähigkeit stärken.
Siehe auch
- 👉 Resilienz
- 👉 Resilienz als Meta-Kompetenz
- 👉 Resilienz als Meta-Kompatenz der Zukunft
- 👉 Gesellschaftliche Resilienz
- 👉 Transformationskompetenz
- 👉Zukunftskompetenzen
Auszug aus dem Weißbich der Bundesregierung 2016:

Hintergrund: Resilienz als gesellschaftlicher Entwicklungsauftrag
Mit der zunehmenden Komplexität globaler Risiken – von geopolitischen Konflikten über Cyberangriffe bis hin zu Pandemien und Klimafolgen – hat der Begriff der Resilienz auch in der staatlichen und gesellschaftlichen Sicherheitsdebatte an Bedeutung gewonnen.
Im Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr (2016) wird Resilienz ausdrücklich als gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe beschrieben. Angesichts hybrider Bedrohungen, digitaler Verwundbarkeiten und globaler Krisendynamiken betont das Weißbuch die Notwendigkeit, die Widerstands-, Anpassungs- und Lernfähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft systematisch zu stärken. Ziel ist es, Störungen, Krisen oder Angriffe absorbieren zu können, ohne dass die grundlegende Funktionsfähigkeit von Gesellschaft und Infrastruktur dauerhaft beeinträchtigt wird.
Resilienz wird damit nicht nur als Fähigkeit einzelner Institutionen verstanden, sondern als gemeinsame Entwicklungsaufgabe von Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Bürgerinnen und Bürgern.
Vor diesem Hintergrund wurde 2018 die Stiftung ResilienzForum gegründet. Ihre Arbeit versteht Resilienz ausdrücklich als gesellschaftlichen Entwicklungsauftrag, der über Sicherheits- oder Krisenmanagement hinausgeht. Ziel ist es, die Fähigkeit von Menschen, Organisationen und sozialen Systemen zu stärken, mit Unsicherheit, Transformation und komplexen Herausforderungen konstruktiv umzugehen.
Die Stiftung verbindet dabei drei Ebenen der Resilienzentwicklung:
- individuelle Resilienz und Selbstregulation
- organisationale und institutionelle Resilienz
- gesellschaftliche und regionale Resilienz
Resilienz wird so zu einer Gestaltungs- und Zukunftskompetenz, die nicht nur Krisenbewältigung ermöglicht, sondern auch nachhaltige Transformation und gesellschaftliche Lernfähigkeit unterstützt.
Vertiefung:
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