+49 (0)30 966 003 89 info@resilienzforum-akademie.com
« Back to Glossary Index

Resilienz beschreibt die Fähigkeit von Menschen und Systemen, mit Entwicklungsphasen, Belastungen, Krisen und Veränderungen situativ angemessen umzugehen, so dass Erholung und Entwicklung möglich sind.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und bezeichnet die Fähigkeit eines Materials, nach einer Verformung wieder in seine Ausgangsform zurückzukehren. In den Sozial-, Lebens- und Organisationswissenschaften wurde das Konzept später auf Menschen, Gruppen, Organisationen und gesellschaftliche Systeme übertragen.

Heute wird Resilienz nicht mehr nur als „Widerstandskraft“ verstanden. Moderne Resilienzforschung beschreibt sie als dynamische Fähigkeit, mit Unsicherheit, Stress und komplexen Veränderungen umzugehen und daraus Lern-, Anpassungs- und Entwicklungsprozesse entstehen zu lassen.

Im Resilienz-Zirkel-Training (RZT®) verstehen wir Resilienz als Meta-Kompetenz der Zukunft. Sie verbindet individuelle Selbstregulation mit systemischer Anpassungsfähigkeit und organisationaler Lernfähigkeit. Resilienz entsteht dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel verschiedener Ebenen – vom Individuum über Beziehungen und Organisationen bis hin zu gesellschaftlichen Strukturen.

Zu den zentralen Fähigkeiten resilienter Systeme gehören unter anderem:

  • Selbstregulation unter Stress
  • Anpassungsfähigkeit in dynamischen Kontexten
  • Lern- und Entwicklungsfähigkeit
  • Sinn- und Orientierungsfähigkeit
  • systemische Verbundenheit
  • die Fähigkeit zur Selbstorganisation

Resilienz ist damit keine feste Eigenschaft, sondern ein Entwicklungsprozess. Sie kann durch bewusste Gestaltung von Strukturen, Beziehungen, Haltungen und Kompetenzen gestärkt werden. Resilienz entsteht damit nicht isoliert. Sie entfaltet ihre Wirkung in Wechselwirkung zwischen Individuum, Beziehungssystemen, Organisationen und gesellschaftlichen Strukturen.

👉 Individuelle Resilienz
👉 Organisationale Resilienz
👉 Selbstorganisation
👉 Selbstorganisation - Schlüsselkompetenz der Zukunft
👉 Zukunftskompetenzen
👉Resilienz als Meta-Kompetenz der Zukunft
👉 Resilienz als Meta-Kompetenz

Herkunft des Resilienz-Begriffs aus der Werkstoffkunde - die Fähigkeit, sich unter Belastung zu verformen und in die ursprünglichen Form zurückzufinden

Resilienz - wissenschaftliche Einordnung

Der Begriff Resilienz wurde in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen entwickelt und weitergeführt.

In der Entwicklungspsychologie untersuchten Emmy Werner und Ann Masten, warum manche Menschen trotz widriger Lebensbedingungen eine stabile Entwicklung zeigen. Resilienz wurde hier als Fähigkeit zur positiven Anpassung unter Belastung beschrieben.

In der ökologischen und sozial-ökologischen Resilienzforschung prägte C. S. Holling Resilienz als Fähigkeit komplexer Systeme, Störungen zu absorbieren und ihre grundlegenden Funktionen aufrechtzuerhalten. Eure Forschungsübersicht greift diesen Bezug über den Adaptive Cycle und die Idee verschachtelter, miteinander verbundener Systeme auf .

Für Organisationen wurde das Konzept unter anderem durch die Forschung zu High Reliability Organizations (HRO) weiterentwickelt. Karl E. Weick und Kathleen M. Sutcliffe zeigen, dass resiliente Organisationen durch Aufmerksamkeit, dem Commitment zu Resilienz und Improvisationskompetenz, sowie durch Kommunikationsqualität, Kommunikation, Lernfähigkeit und einen bewussten Umgang mit Unsicherheit ihre Handlungsfähigkeit auch in Hochrisikokontexten erhalten.

Für den somatischen Bezug des RZT® sind darüber hinaus mehrere Forschungsrichtungen prägend:

Die Embodiment-Forschung sowie die Forschung zur Faszien- und Geweberesilienz machen deutlich, dass Anpassungsfähigkeit nicht nur psychisch, sondern auch körperlich und strukturell verstanden werden muss; in euren Materialien wird dies u. a. mit Bezug auf Robert Schleip dargestellt .

Die Polyvagal-Theorie von Stephen Porges liefert einen wichtigen Bezugsrahmen für adaptive Zustände des autonomen Nervensystems und die Rolle von Sicherheit, Aktivierung und Regulation in Belastungssituationen; eure Übersicht verknüpft Resilienz hier mit Homöostase und dem „Window of Tolerance“ .

Mit Daniel Siegel bezieht sich das RZT® zudem auf neurale Integration und Neuroplastizität als Grundlagen dafür, wie Resilienz durch die Integration unterschiedlicher neuronaler Prozesse sowie durch die Anpassungsfähigkeit des Gehirns gestärkt werden kann .

Das Resilienz-Zirkel-Training (RZT®) verbindet diese Forschungsperspektiven mit einer systemisch-somatischen Entwicklungsarchitektur, die individuelle, organisationale und gesellschaftliche Resilienz zusammendenkt.

Weiterführende Literatur

« Back to Glossary Index